Der Verein

Der Verein für Ästhetik und angewandte Kulturtheorie wurde im November 2014 von Gabriele Geml und Han-Gyeol Lie mit dem Ziel gegründet, eine autonome Institution zur Durchführung kultureller Projekte zu gewinnen.  

Mit seinen Veranstaltungen, die sich philosophischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Gegenständen zuwenden und vielfach in Kooperation mit anderen Institutionen umgesetzt werden, will der Verein Foren eines lebendigen geistigen Austauschs schaffen. Gemessen an heutigen Standards von Produktivität, organisiert der Verein mit hohem Aufwand nur wenige Veranstaltungen pro Jahr, darin einem geistigen Handwerksbetrieb vergleichbar.

 

»Akut« ist eine Abkürzung für angewandte Kulturtheorie. Als eigenständige Bezeichnung ist das Wort doppelsinnig. Charakterisiert das Adjektiv »akut« einerseits, in seiner insbesondere aus dem medizinischen Bereich geläufigen Bedeutung, einen plötzlich an Relevanz gewinnenden Entwicklungsverlauf, so ist der »Akut« in der Linguistik bekannt als Betonungszeichen: Von links unten nach rechts oben aufsteigend, ist der Akut - im Französischen etwa als accent aigu – in vielen Sprachen ein bildhaftes Signal für eine Bedeutungssteigerung der unter ihm befassten Buchstaben. Sei es, dass er die Sprechlänge jener Buchstaben ausdehnt, sei es, dass er bestimmte Buchstaben überhaupt erst lautlich zur Erscheinung bringt, die ohne ihn stumm bleiben würden. 

 

In diesem Sinn wendet sich der Verein akuten Themen aus der Gegenwart und Vergangenheit zu, mit dem Interesse, ihre Präsenz und Sichtbarkeit zu steigern, den Gegenständen Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Das Emblem des Vereins, eine Krähe, deren Blick in die Vergangenheit gerichtet ist, ist nicht zuletzt eine Reminiszenz an Franz Schubert, an dessen Winterreise. Krähen, in ihrer in dem Emblem aufgegriffenen Form, sind unprätentiöse, wenig herausragende Tiere. Sie leben praktisch überall auf der Welt, erregen durch ihre Allgegenwart wenig Bewunderung. Gerne ernähren sie sich von den Überschüssen der Kultur, was sie zu urbanen Bewohnern gemacht und mit dem Skitourismus hinauf in die Berge geführt hat. Die unauffälligen Tiere wurden in früheren Zeiten vielfach als heilig verehrt. Ihre beeindruckende Klugheit, die sich nicht zuletzt in ihrem Spieltrieb äußert, wird heute von der Wissenschaft in Form von Studien wiederentdeckt.

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Auszug aus den Statuten
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